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Kommentar Wirtschaftskrisen Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Donnerstag, den 20. Mai 2010 um 06:36 Uhr

Greenspan, der als Chef der amerikanischen Notenbank ganz vorzüglich zum Aufbau der Kreditkrise beigetragen hat, schrieb irgendwann in der Financial Times, nachdem die Blase geplatzt war, es sei ja nicht gar so schlimm (in meinen vielleicht nicht volkswirtschaftlich korrekten Worten): Die Stärke der Wirtschaft ermittelt sich an den erzeugten Waren und erbrachten Dienstleistungen. Vor der Krise blühte die Wirtschaft und es wurde viele Waren erzeugt und Dienstleistungen erbracht. Alle Produktionsmittel, die es vor der Krise gab, gibt es immer noch.  Folglich gibt es keinen Grund für einen Zusammenbruch. Wir haben die Menschen Arbeiter und Manager, wir haben die Maschinen, wir haben die Infrastruktur, die Rohstoffe. Warum also sollten diese Faktoren nicht trotz der geplatzten Blase in gleicher Weise zusammenarbeiten?

Warum das nicht so sein sollte, ist mir offen gestanden nicht klar. Der Schwarzen Freitag vom 25. Oktober 1929 löste die Weltwirtschaftskrise aus. Vorher brummte die Wirtschaft. Millionen Menschen erzeugten vorher in Fabriken tolle Produkte und die Landwirtschaft produzierte Unmengen an Nahrungsmittel. Relativ plötzlich nach dem Crash standen Fabriken leer und die Menschen standen stattdessen für die knappen Lebensmittel an.

 

Kein Zweifel, dass die Regierungen und Marktteilnehmer damals so ziemlich alles falsch gemacht haben, was denkbar war. Und es besteht auch kein Zweifel, dass die Fehler analysiert worden sind. Und es besteht auch nur wenig Zweifel, dass man heute versucht, diese Fehler zu vermeiden. Man verständigte sich international auf eine Lockerung der Geldpolitik und schwor dem Protektionismus ab - nur hier und da verhängen die USA Strafzölle gegen China und andersherum. Damit wurde der große Abschwung erst einmal aufgehalten. Die Lockerung der Geldpolitik wird jedoch langsam zum Problem. Das Vorgehen manchen Staaten war sehr locker.

 

Nun wird sich zeigen müssen, ob die Einsicht in ein gemeinsames Vorgehen stark genug sein wird. Oder ob die Bürger besonders gestrafter Länder ihre Regierungen zu nationalen Alleingängen zwingen werden. Für Europa ist Griechenland schon ein großes Problem. Und da Europa groß ist, ist ein großes Problem für Europa auch ein Problem für die Welt. Viel schwerwiegender wäre eine Abstufung US-amerikanische Anleihen und die damit verbundene Schwierigkeit der USA, ihren Lebensstandard weiter über Kredite zu finanzieren. Die USA neigen als einzige Führungsmacht der Welt ohnehin zu Alleingängen und nationalen Egoismen.

 

Natürlich sind Hopfen und Malz lange nicht verloren. Und es ist immer leichter die Welt zu schwarz oder zu weiß zu sehen. Als man als Europäer zur Zeiten Bushs geradezu verzweifel wollte, sagte ein Amerikaner mal zu mir: Es stimmt natürlich, dass Bush ein Idiot ist, und dass  die Amerikaner sowas gewählt haben. Aber 150 Millionen Amerikaner haben ihn nicht gewählt, und in die sollte man ein bisschen Vertrauen haben.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 09. Juni 2010 um 13:05 Uhr
 
 

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